PLR Ebooks - Gut oder schlecht?
In letzter Zeit stolpere ich wieder öfter über das Thema "PLR-Ebooks". Zum Einen sind mir bei DIGIbux
zwei Ebooks zum Thema "Ekzeme" aufgefallen, die nahezu zeitgleich von zwei verschiedenen Anbietern eingestellt wurden, zum Anderen bietet Ralf Schmitz - vielen durch sein Ebook-Abo
bekannt - nun viele seiner Reseller-Ebooks mit PLR-Lizenz an. Und gerade eben trudelt eine Mail mit einem Hinweis zu einem englischsprachigen PLR-Giveaway bei mir ein …
Da stellt sich dem Einen oder Anderen die Frage: was heißt und was ist PLR?
PLR steht für "Private Label Rights" und bedeutet, dass Sie z.B. bei einem Ebook mit PLR-Lizenz Änderungen vornehmen können: Sie können den Titel ändern, den Text ändern (Passagen streichen, neue Passagen dazuschreiben, umschreiben, usw.) und am Ende auch noch alles unter dem eigenen Namen veröffentlichen.
Praktisches Beispiel: Sie kaufen ein PLR-Ebook zum Thema "Abnehmen", schreiben ein paar eigene Erfahrungen dazu, ändern vielleicht ein paar Bilder, denken sich zum Schluß einen neuen Titel aus und bringen das ganze mit einem neuen Titelbild unter eigenen Namen auf den Markt. Schon können Sie sich als Experte auf einem bestimmten Gebiet positionieren und mit einem eigenen Ebook glänzen. Es ist ja immer besser, ein eigenes Ebook anzubieten als eines von einem anderen Autor.
Auf dem amerikanischen Markt gibt es wahnsinnig viele PLR-Ebooks und -Artikel und man könnte meinen, dass hunderte von IMs (Internet-Marketern) nichts anderes zu tun haben, als PLR-Ebooks oder -Artikel zu kaufen, umzuschreiben und weiterzuverbreiten.
Klingt doch gut, oder?
Nun, die Variante, dass man sich z.B. eine Reihe von PLR-Artikeln schnappt, diese für ein eigenes Produkt zusammenwürfelt und anpasst und dann ein eigenes Produkt daraus macht (sei es ein Blog, ein Ebook, ein kostenloser Report, eine Autoresponderserie oder was auch immer) ist gar nicht mal so schlecht. Auch finde ich es okay, wenn jemand sich auf einem bestimmten Gebiet gut auskennt und sich dann ein passendes PLR-Produkt holt, um sich weniger Arbeit zu machen. Wenn er dann eigene Sachen dazu schreibt, hat er die Chance, das Ganze trotzdem authentisch hinzukriegen, auch wenn ein Großteil des Inhalts nicht von ihm selber ist.
Wenn ich mir die aktuelle Praxis auf dem deutschen Markt so anschaue, kommen mir da aber ein wenig Zweifel. Als Detlev Reimer als deutschsprachiger PLR-Pionier sein Projekt PLR Ebooks
startete, fanden sich binnen weniger Tage knapp ein halbes Dutzend Leute, die sein erstes PLR-Ebook mit leicht geänderten Titel und ihrem eigenen Namen als Autor bei oben benannter Plattform feilboten. Ich habe mir natürlich aus Kostengründen nicht die Mühe gemacht, mir jedes Ebook zu kaufen und zu schauen, was denn nun konkret geändert oder ergänzt wurde.
Ich fürchte aber, dass hier außer dem Cover, dem Autor und dem Buchtitel nicht viel geändert wurde; dazu sind auch die Ebooks zu schnell und fast gleichzeitig auf den Markt gekommen. Großteils wurde ja auch der selbe Verkaufstext auf den jeweiligen Verkaufsseiten wiedergegeben. Und ich denke, dass es sich bei den Verkäufern nicht um Experten auf dem jeweiligen Gebiet handelte …
Nun betrachte ich mir das Ganze aus Sicht des Kunden. Ich bin z.B. auf der Suche nach einem Buch über Abnehmen und stolpere bei Google über ein oder zwei Produkte. Vielleicht fällt mir nicht auf, dass der Verkaufstext fast gleich ist und ich kaufe mir - da ich dringend und vielleicht verzweifelt nach einer Lösung suche - gleich zwei Ebooks. Erst beim Lesen fällt mir dann auf, dass bis auf den Namen des Autors und den Titel des Buches fast alles gleich ist. Was glauben Sie, wie ich mir vorkommen würde?
Hier sehe ich das große Problem: Dem Kunden wird vorgegaukelt, eigenständige, voneinander unabhängig erzeugte Inhalte zu bekommen; dies ist aber nicht der Fall. Ich denke daher, dass sich die PLR-Lizenznehmer keinen Gefallen tun, indem sie nur ein PLR-Ebook kaufen, dann Titelbild, Titel und Name des Autors ändern und das Ganze wieder verkaufen. Da ändert es dann auch nichts mehr, wenn man nicht den eigenen Namen als Autor verwendet, sondern sich einen "Pen Name", einen Kunstnamen, ausdenkt, den man auf das Ebook schreibt.
PLR kann bestimmt eine tolle Sache werden, wenn engagierte Leute sich Lizenzen holen, den dann eingekauften Content mit eigenem Material anreichern oder aber PLR-Material aus mehreren Quellen zusammenbringen und auf diese Weise einzigartige Werke erstellen. Dann besteht tatsächlich die Chance, sich als Experte auf einem Gebiet zu beweisen, weil man sich mit der Materie befasst hat.
Der Vollständigkeit halber hier die mir bekannten deutschsprachigen PLR-Angebote (ohne Anspruch auf Vollständigkeit :-)
www.plrebooks.de
(Detlev Reimer)
www.ebook-abo.com
(Ralf Schmitz & Bloch Verlag)
www.deutsche-plr.com
(Nur Sharina Shariff)
Was meinen Sie? Reicht es, ein PLR-Ebook nur zu "rebranden", um ganz bequem "eigenen" Content zu verkaufen? Verdienen Sie damit evtl. wirklich gutes Geld? Oder steckt PLR in Deutschland noch in den Kinderschuhen und wartet darauf, wirklich entdeckt zu werden? Schreiben Sie einen Kommentar!
(Ich bitte um Geduld bei der Freischaltung der Kommentare)



Hallo Herr Klein, das Problem
Hallo Herr Klein,
das Problem bezüglich eigenständiger Produkte, welches Sie ansprechen, ist eigentlich keines - oder ist zumindest nur ein kleines. Denn ich habe eigentlich bei allen Vorlagen für die Verkaufsbriefe ein 30-Tage Rückgaberecht mit eingearbeitet, an das sich die Verkäufer auch halten. Mit anderen Worten: Sollte es wirklich einmal passieren, dass ein Kunde ein Exemplar des Ebooks doppelt kauft, so kann er auch das Geld ohne Probleme wieder zurück bekommen.
Der Verdienst des Einzelnen hängt sowieso vom eigenen Marketing ab und wieviel und wie effektiv man Werbung für das Produkt macht. Ob da nun 6 oder 60 gleiche Produkte bei Digibux drin sind, ist dabei egal. Dies wird von den meisten Verkäufern eh' nur genutzt, um den Bezahlvorgang für den Kunden so einfach wie möglich zu gestalten. Bei den meisten Nischenprodukten wird man nicht allzuviele Affiliates über die Plattformen direkt gewinnen können (egal ob Digibux oder Clickbank etc.). Die möglichen Affiliates sollte man am besten selber kontaktieren, womit es wieder eine Sache des effektiven Marketings wird.
Ich biete meinen Kunden die Möglichkeit, die Produkte komplett zu ändern. Was der Einzelne jetzt daraus macht, ist eine Charakterfrage. Denn leider sind viele einfach zu faul, um an dem Hauptprodukt noch weitere Änderungen vorzunehmen - auch wenn ich immer wieder betone, wie wichtig dies ist, um sich von der Masse abzuheben. Es sind aber dennoch etliche Kunden dabei, die ein sehr gutes Einkommen durch den Verkauf der Ebooks erzielen - selbst, wenn es mehrere Exemplare davon auf den diversen Plattformen gibt.
Wie gesagt, es hängt davon ab, wie gut die Marketingfähigkeiten des Anbieters sind, ob dieser ein gutes Einkommen damit erzielen kann. Inhaltlich sind die Ebooks auf jeden Fall sehr hochwertig und bieten tatsächlich Problemlösungen in der jeweiligen Nische an, so dass die Kunden keinesfalls enttäuscht sein werden.
Beste Grüße
Detlev Reimer
Kommentar hinzufügen